Vier Schritte zu einem starken Leadership-Mindset


Führung wird immer herausfordernder und komplexer. Exponentiell wachsende Veränderungsgeschwindigkeit, zunehmende Globalisierung, übergreifende Automation, revolutionierende Technologiesprünge in immer kürzer werdenden Zyklen, „rund um die Uhr“-Erreichbarkeit und technologische Vernetzung, die in alle Bereiche des Lebens durchgreift. Das sind nur einige Gründe für diese Entwicklung.

In diesem Kontext ist es eine immense Herausforderung für jeden von uns – insbesondere in einer Führungsrolle –, die eigene Orientierung und damit den Blick auf das Wesentliche, nämlich unsere Effektivität, nicht zu verlieren. Und dieser Druck auf uns wird sich auf absehbare Zeit sogar noch verstärken und (leider) auch langfristig betrachtet nicht wieder abnehmen.

Woran orientiere ich mich auf hoher See?

Die Situation ist vergleichbar mit einem aufbrausenden Meer. Als Führungskraft sind Sie zwar am Steuer Ihres Schiffes, aber Sie sehen sich einem immer stärker werdenden Wellengang, garstigen Winden und schlechter werdender Sicht ausgesetzt. Um hier sicher navigieren zu können, brauchen Sie Orientierung: Um den sichereren Hafen zu erreichen und nicht auf Grund zu laufen, benötigen Sie das wegweisende Licht von Leuchttürmen.

Die Frage ist: Was sind meine Leuchttürme im täglichen Führungsalltag? Meine Kennzahlen? Unsere Organisationsstrukturen? Die Prozesse, Prozeduren und Policies des Systems? Tatsächlich können all diese Aspekte Hilfestellungen in der Navigation darstellen; gleichzeitig sind sie häufig aber auch Teil der Wellen und Windböen, die uns im täglichen Allerlei entgegenkommen. Und auf diese Elemente zu fokussieren ist wenig hilfreich, weil sie volatil, bedrohlich und situativ sehr komplex sein können.

Deshalb ist für ein sicheres Abwägen und Steuern in der jeweiligen Führungssituation der Blick nach „außen“ zwar interessant, aber der Fokus auf „innen“ wirklich relevant. Mit anderen Worten: Statt auf sich ständig ändernde Einflüsse von außen zu fokussieren, ist es hilfreicher, sich auf solide, gleichbleibende innere Einstellungen zu konzentrieren. Unser grundsätzliches Denken wird somit der alles entscheidende Schlüssel, wie ich mich und damit mein Schiff durch die jeweilige Situation navigiere – vorausgesetzt, unser Denken ist auf den avisierten Hafen (unser Ziel) wirklich ausgerichtet.

Leitgedanken sind Leuchttürme unseres Denkens.

Unsere inneren Einstellungen (Leitgedanken) geben uns Orientierung. Sie dienen quasi als Leuchttürme unseres Denkens. Um zielgerichtet navigieren zu können, brauchen wir also die Leitgedanken, die uns auch die notwendige Zielorientierung geben:

Dazu sind vier Schritte hilfreich:

1. Den Hafen klar ins Visier nehmen (welches Ziel strebe ich an?)
Führen ist immer ein Prozess „von … zu …“. Deshalb besitzt der erste Schritt große Bedeutung, da ohne Zielorientierung unser Agieren willkürliche Züge bekommen würde. Mit anderen Worten: Es lohnt sich, das Ziel klar zu definieren und auch zu formulieren, damit wir die Voraussetzung schaffen, es auch wirklich erreichen zu können.

2. Meine inneren Einstellungen – also meine Leitgedanken – auf Zieltauglichkeit überprüfen
Im zweiten Schritt geht es darum, den Blick nach „innen“ zu werfen. Was sind die Leitgedanken, die meine inneren Überzeugungen im Hinblick auf das Ziel ausmachen? Und: Sind diese Gedanken hilfreich und unterstützend für die Zielerreichung?

3. Neue Leitgedanken als „innere“ Leuchttürme definieren
Jetzt gilt es im nächsten Schritt – sofern notwendig – einige wenige neue Leitgedanken zu definieren. Diese sollten kurz, gut merkbar und vor allen Dingen eine hilfreiche Handlungsanweisung beinhalten, die mir auf dem Weg zum Ziel die notwendige Orientierung geben kann.

4. Die neuen Leitgedanken trainieren (Leuchttürme solide bauen)
Innere Überzeugungen lassen sich nicht einfach per Entscheidung ändern bzw. verinnerlichen. Dazu ist Training notwendig. Am besten funktioniert dies, wenn ich regelmäßig an die neuen Leitgedanken erinnern werde und dabei kontinuierlich die Anwendung der Leitgedanken in und für alltägliche Alltagssituationen reflektiere.

Mithilfe dieses soliden Fundaments an Leitdanken können Sie Ihr persönliches Leadership-Mindset aufbauen. Dabei gilt: Führung ist zwar komplex, aber letztlich nicht kompliziert. Ihr Leadership-Mindset hilft Ihnen dabei, auch in komplexen Führungssituationen die nötige Orientierung zu behalten.