„Die Fokussierung auf das Ziel ist die Grundlage für Erfolg.“ –
Ein Interview mit Young Leader Stefan Milz

Die Young Leader Förderinitiative fördert die Führungsgeneration von morgen! Young Leader sind Menschen bis 35 Jahre, die schon frühzeitig Führungsrollen bekleiden oder künftig ausfüllen wollen. Unser Ziel ist es, dass sich Young Leader mit passenden Wirkungsprinzipien, also reduzierten und einprägsamen Handlungsanleitungen, ein solides Fundament für eine klare und gefestigte Leadership-Identität aufbauen.

Für unseren ERFOLGREICH DENKEN Blog haben wir mit einem Young Leader über seine bisherigen Erfahrungen im Führungsalltag gesprochen. Stefan Milz ist 35 Jahre alt und führt seit drei Jahren Mitarbeiter in der IT eines Kölner Stadtwerks.

Herr Milz, bei der Young Leader Förderinitiative sagen wir „Je eher, desto leichter.“ in Bezug auf den Aufbau der eigenen Leadership-Identität. Würden Sie dem zustimmen?

Ich denke man kann nie früh genug anfangen, an einer Leadership-Identität zu arbeiten. Ich kann schon in der Jugend, im Studium oder in der Ausbildung Aufgaben übernehmen, die etwas mit Führung zu tun haben. Deswegen glaube ich schon, dass man sehr früh an seinen Denkmustern arbeiten sollte. Je eher ich damit anfange und mich dementsprechend auch auf künftige Führungsaufgaben vorbereite, desto einfacher ist es für mich dann, diese Aufgaben erfolgreich zu meistern. Deshalb finde ich den Ansatz, die grundsätzlichen Prinzipien von Führung frühzeitig zu erlernen, so wichtig.

Beginnt Erfolg für Sie also im Kopf?

Absolut. Wenn ich mir etwas nicht vorstellen kann, werde ich es auch nicht erreichen. Da bin ich dann einfach ziellos. Gerade deshalb ist es für mich immer sehr wichtig zu wissen, wofür ich etwas tue und was ich eigentlich erreichen will. Bei der Führung von Personal sind die Ergebnisse jedoch nicht immer direkt sichtbar und die Entwicklung nimmt viel Zeit in Anspruch. Von daher ist die Fokussierung auf das Ziel und der Glaube, das Ziel auch erreichen zu können, die wichtigste Grundlage für Erfolg.
 
Gibt es ein Wirkungsprinzip, mit dem Sie in Ihrem beruflichen Alltag besonders in Berührung gekommen sind?

Definitiv und zwar „Charakter vor Fähigkeiten setzen.“. Ich habe in meinem Leben schon einige Bewerbungsgespräche mitgemacht. In den ersten Gesprächen als Bewerber habe ich mich immer gewundert, warum man häufig so wenig über meine technischen Fähigkeiten wissen wollte. Es ging immer um meine Stärken und Schwächen, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten würde oder was mir wichtig ist. Jetzt wo ich diese Gespräche auch auf der anderen Seite führe, weiß ich, warum es so wichtig ist, nicht nur die fachliche Qualifikation eines Bewerbers zu beurteilen. Ein funktionierendes Team zu führen ist eine herausfordernde Aufgabe. Da ist es umso wichtiger, dass der Bewerber oder die Bewerberin Charaktereigenschaften mitbringt, die ins Team passen. Inhaltliche oder technische Sachverhalte lassen sich immer auch noch später vermitteln.
 
Was macht es im beruflichen Alltag so herausfordernd, Wirkungsprinzipien einzusetzen?

Für sich allein betrachtet ist jedes Wirkungsprinzip sehr simpel. Es ist klar und verständlich, eigentlich muss man es nur anwenden. Aber genau hier liegt finde ich die Schwierigkeit. Bin ich persönlich immer konsequent? Lobe ich immer richtig? Werden meine Anweisungen von meinen Mitarbeitern immer als klar empfunden? All diese Punkte muss ich mit „Nein.“ beantworten, denn dafür fehlt mir in einigen Situationen noch die Übung. Es ist doch so: Im beruflichen Alltag ist der Zeitdruck häufig sehr hoch und dann überlegt man auch schon mal, die Sache schnell selber zu erledigen, anstatt sie dort einzufordern, wo sie auch hingehört. Das ist kurzfristig betrachtet vielleicht der schnellere Weg, aber so werde ich nie einen Mitarbeiter entwickeln können und durch mein „Fehlverhalten“ können zwei Dinge passieren: Entweder fühlt sich der Mitarbeiter schlecht, weil ich ihm die Arbeit nicht zutraue, oder er ist glücklich und wendet das Wirkungsprinzip „Das System lernt – immer!“ an. In diesem Fall delegiert er „seine“ Aufgaben zukünftig noch häufiger an mich zurück.  Ich habe für mich gelernt, dass ich hier einfach penetrant bleiben muss. Übung macht schließlich den Meister.