Reflexion: Man muss Zeit investieren, um Zeit nicht zu vergeuden


Wie kann ich mehr Erfolg erzielen? Wann bin ich wirklich erfolgreich? Wer kann mir dabei helfen? Diese Fragen sind herrlich plakativ, aber doch letztlich kaum allgemein zu beantworten. Woran misst man Erfolg? Das ist etwas sehr Subjektives, das jeder für sich selbst klären muss. Konkreter wird es dann schon, wenn man sich fragt, wie ich mich in meiner Rolle – egal ob im Unternehmen, in der Familie, im Ehrenamt oder sonst wo – in bestimmten Situationen so verhalte, dass ich die größtmögliche Wirkung erziele.

Gerade im beruflichen Alltag geht es immer wieder darum, den eigenen Erfolg zu maximieren und dementsprechend wirkungsorientiert unterwegs zu sein. In einem meiner vergangenen Blog-Beiträge habe ich DEN zentralen Punkt in Sachen Wirkung angesprochen: das richtige Mindset. Es geht darum, als Einzelperson, als Team oder als ganzes Unternehmen in die richtige Richtung zu denken, damit Sie Ihre gewünschte Wirkung erzielen.

Das Problem mit der Vergessenskurve

Theoretisch klingt das alles gut, aber wie sieht es praktisch aus? Im Alltag gibt es immer wieder Situationen, in denen man sein Mindset neu ausrichten muss. In neu gestarteten Projekten, bei der Strategieentwicklung, bei neuen Kooperationen, im Umgang mit Mitarbeitern, beim persönlichen Jobwechsel und so weiter. Es geht letztlich doch immer darum, wie ich Hürden und Hindernisse überwinde, worauf ich meinen Fokus setze und wie ich die für diese Situation passende Wirkung erziele. In diesen Momenten lässt sich der Begriff „Erfolg“ also gut und verständlich definieren.

Aber wie lässt sich so ein Mindset überhaupt ausrichten? Wir alle kennen es: Wir nehmen neue Inhalte auf – ob durch Bücher, Workshops, Trainings oder im härtesten Fall durch Anordnung „von oben“. Natürlich wird erwartet, dass wir diese Inhalte dann auch prompt verinnerlichen und anwenden. Doch so funktioniert das leider nur sehr selten. Denn in der Regel setzt sie ein: die allseits bekannte und gefürchtete Vergessenskurve. Wir sind als Menschen nicht in der Lage, alle Informationen automatisch abzuspeichern und wieder nutzbar zu machen, selbst wenn wir es wollen. Die Vergessenskurve schlägt brutal zu und unser Zeit-Investment ist komplett verloren, da wir das Gelernte schlichtweg nicht in die Praxis übernehmen. Wir brauchen folglich Hilfe.

Ein Mindset lässt sich vor allem durch einen ganz entscheidenden Schritt verankern: Reflexion. Ich muss die Inhalte, die ich aufgenommen habe, entsprechend reflektieren, das heißt: Ich muss sie auf mich und meine persönliche Situation beziehen können. Klingt anstrengend? Das ist es auch, denn es erfordert eine entsprechende Selbstdisziplin. Reflexion kann nur von mir selbst ausgehen, ich muss über die Inhalte nachdenken und sie auf mich und meine Situation beziehen. Zusätzlich kostet Reflexion natürlich auch Zeit. Ich muss mir ruhige Momente nehmen, um überhaupt sinnvoll reflektieren zu können.

Wann habe ich das letzte Mal bewusst reflektiert?

Muss das also sein? Noch mehr Zeit investieren? Die Antwort ist simpel: JA! Wenn ich mein Mindset wirklich nachhaltig ausrichten und verändern will, muss ich mir Zeit für Reflexion nehmen. Was bedeuten die Inhalte konkret für mich und meine Situation? Wo habe ich in der Vergangenheit bereits ähnliche Erfahrungen gemacht? Was kann ich jetzt tun, um die Inhalte umzusetzen…?

Diese und viele weitere Reflexionsfragen schaffen einen ungeheuren Wert, da sie dafür sorgen, dass Sie die Lerninhalte auf andere Situationen und persönliche Erlebnisse beziehen. Insbesondere im Nachgang zu Trainings und Workshops lohnt es sich, täglich fünf bis zehn Minuten zu investieren, um die aufgenommenen Informationen zu reflektieren. Sie werden sehen: Reflexion hilft Ihnen dabei, in Ihrer Situation zukünftig wirkungsorientierter zu denken. Ich kann das für ein Projekt notwendige Mindset besser verinnerlichen, ich gehe mit Drucksituationen und Herausforderungen besser um, ich erreiche als Führungskraft meine Mitarbeiter gezielter, usw.

Fragen Sie sich selbst: Wann haben Sie das letzte Mal wirklich bewusst reflektiert? Reflexion ist leider kein Automatismus. Stattdessen ist sie ein sehr unterschätztes Instrument. Obwohl sie eigentlich simpel anzuwenden ist, wird sie trotzdem von uns im täglichen Allerlei so häufig ignoriert. Warum? Selbstdisziplin + zusätzliche Zeit ist eine Gleichung, die viele nicht bereit sind einzugehen. Dabei gilt:

Wer Gelerntes nicht nachträglich reflektiert, vergisst! Wer vergisst, vergeudet seine aufgewendete Zeit! Investieren Sie also Zeit für Reflexion, es lohnt sich!


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