Gute Führungskräfte sind wichtiger denn je!


Der Fisch stinkt vom Kopf. Übersetzt auf Unternehmen, Organisationen oder Teams heißt das ganz einfach: Systeme stinken von oben, also von den Führungskräften. Klar, dies mag drastisch formuliert sein.

Jedoch gerade in einer Welt, die permanent von einer bereits hohen zur nächsten – noch höheren – Komplexitätswelle springt, findet sich darin im Umkehrschluss auch der Schlüssel für erfolgreiche Systeme: gute Führung! Nur durch gute Führung entstehen Orientierung, Sinn und nachhaltige Motivation der Mitarbeiter – drei elementare Erfolgsfaktoren für Organisationen und Systeme. Nur was benötigt man für gute Führung? Diese Frage lässt sich schnell beantworten: Gute Führung braucht gute Führungskräfte!

Bleibt die Frage: Wann genau ist eine Führungskraft „gut“?

Die Antwort liegt in einer einfachen, aber profunden Erfolgsformel: Gute Führungskräfte sind sich stets der Wirkung ihres Handelns bewusst. Wie sie das schaffen? Sie sind erstens klar, zweitens konsequent und dann drittens verständnisvoll. Inhalt und Reihenfolge dieser Erfolgsformel sind in jeder Führungskonstellation wirksam – egal ob Sie ein kleines Familienteam oder eine große, börsennotierte Organisation führen. Tatsächlich gilt dieser Dreiklang überall und erlaubt demzufolge einen schnellen Selbst-Check in den unterschiedlichen Situationen des Führungsalltags. Lassen Sie uns diesen Selbst-Check gemeinsam anwenden:

Erfolg braucht Prioritäten – für bewusstes Handeln:
1. klar, 2. konsequent, 3. verständnisvoll

Checkfrage 1: Bin ich klar?

Hier beginnt alles. Führung zeichnet sich durch Klarheit und Berechenbarkeit aus. Was sie nicht klar formulieren, können andere (Ihre Mitarbeiter) höchstens erahnen. Zweideutigkeit lässt Raum für falsche Interpretation, unklare Formulierungen zwingen dazu, zwischen den Zeilen lesen zu müssen. Deshalb gilt: Klarheit vermitteln heißt immer auch Klartext sprechen.

Hilfreiche Fragen sind dabei:
• Wie klar kommuniziere ich den Rahmen (Dos and Don’ts)?
• Wie eindeutig formuliere ich Lob oder Kritik?
• Wie gut komme ich ohne Weichmacher oder Füllwörter aus?
• Wie verbindlich treffe ich Entscheidungen und kommuniziere diese auch als solche?

„Politisch“ korrekte Formulierungen mögen sich zwar im Zweifelsfall besser anhören, sind jedoch im Führungsalltag wenig tauglich. Es geht schließlich immer auch um Orientierung. Als Führungskraft haben Sie dabei die Funktion eines Leuchtturms. Und dieser wäre in der Schifffahrt wenig hilfreich, wenn er nur ein diffuses Licht ausstrahlen würde.

Checkfrage 2: Bin ich konsequent?

Nichts leichter, als konsequent zu sein – theoretisch. In der Praxis ist dies jedoch eine der schwierigsten Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

Es ist leicht zu sagen, dass Meetings bei Ihnen immer pünktlich anfangen. Wenn dann jedoch die Hälfte des Teams fehlt, wird daraus plötzlich eine Führungsherausforderung…

Es ist nicht schwierig festzulegen, dass Fehlverhalten Konsequenzen haben wird. Doch dann geht es ausgerechnet um Ihren wichtigsten Mitarbeiter im Team…

Es ist einfach, der Regel „Reisende soll man nicht aufhalten“ zuzustimmen. Aber dann droht plötzlich ein „unersetzbarer“ Mitarbeiter mit seinem Weggang, wenn nicht bestimmte Bedingungen erfüllt werden…

Jedes System lernt – und zwar immer. Dabei lernt es vor allen Dingen, wie konsequent oder inkonsequent die eigene Führungskraft ist. Ganz gleich ob zu Hause in der Familie oder im Konzern – eine Organisation testet immer die Konsequenz der Führungskraft. Dies ist kein „böser“ Ansatz, sondern lediglich die Suche nach Verlässlichkeit und Rahmen. Mit anderen Worten: Ist das Gesagte auch wirklich das Gemeinte? Ich muss als Führungskraft also in der Lage sein, Konsequenzen auch dann zu ziehen, wenn es für mich und mein Team wie in den Beispielen oben beschrieben unangenehm wird. Erst die Konsequenz der Führungskraft sorgt für Orientierung bei den Mitarbeitern, denn nur so wissen diese, woran sie bei Ihnen als Führungskraft sind und können sich im Alltag auch daran orientieren.

Checkfrage 3: Bin ich verständnisvoll?

Bevor Sie diese Frage beantworten, noch eine schnelle Erläuterung: Hier geht es darum, ob Sie im Zweifelsfall auch einmal ein Auge zudrücken, eine Ausnahme zulassen und damit Verständnis für die „Menschlichkeit“ von Mitarbeitern zeigen. Manchmal wird diese Frage auch mit dem Wort „gnädig“ betitelt, um die Art des Verständnisses zu zeigen, um welches es hier geht.

Aber Achtung: Verständnisvoll beziehungsweise gnädig sein hat erst dann eine positive führungstechnische Auswirkung, wenn es an der dritten Stelle der Erfolgsformel steht. Erst kommt „klar“, dann „konsequent“ und erst dann „verständnisvoll“. Mit anderen Worten: Ihr System muss Sie als stabil und verlässlich erleben, dann werden Ausnahmen auch als solche verstanden und nicht als ein „Umfallen“ oder „Einknicken“ von Ihnen als Führungskraft. Wir wünschen uns starke und menschliche Führungskräfte. Die Kombination ist entscheidend – und diese braucht die richtige Reihenfolge.

In einer Welt mit einer immer stärker steigenden Veränderungsgeschwindigkeit sind gute Führungskräfte unverzichtbar. Systeme brauchen Orientierung, ohne sie ist Erfolg in unserer komplexen Welt nicht erreichbar. Und diese so wichtige Orientierung entsteht durch gute Führung, die sich durch ein bewusstes Handeln auszeichnet. Es gilt:

Erfolg braucht Prioritäten – für bewusstes Handeln:
1. klar, 2. konsequent, 3. verständnisvoll


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